Wie misst man eigentlich die Performance einer WordPress-Seite?

Hierfür gibt es zahlreiche Methoden und Vorgehensweisen. Bei der Performance-Messung einer (WordPress)-Webseite interessieren einen folgende Fragestellungen:

  1. Welche Dateien werden geladen?
  2. Wie groß sind die geladenen Dateien?
  3. Wie lange hat das Laden der Dateien gedauert?
  4. Wie lange dauerte das Ausführen von JavaScript?
  5. Wann war die Seite komplett fertig geladen?

Um diese Fragen beantworten zu können, gibt es zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Tools. Grundsätzlich unterscheiden sich die zahlreichen Tools natürlich im Funktionsumfang und die Funktionsweise. Es gibt Tools, welche auf deinem Computer installiert sind und die Tests ausführen können genauso, wie es im Internet verfügbare Tools gibt.

Jeder wird auf seinem Rechner bereits ein installiertes Tool zur Performance-Messung installiert haben: Nahezu jeder Webbrowser hat heutzutage ein solches Tool mit an Board, welches sofort und kostenlos genutzt werden kann. Egal ob Chrome, FireFox, Safari oder Edge – alle gängigen Browser haben die (meist) sogenannten Entwicklertools mit an Board, mit denen ohne weiteres Zutun sofort eine Performance-Messung jeder beliebigen Webseite erfolgen kann.

Neben den Browser-basierten Tools zu Performance-Messung gibt es aber auch einige beliebte Online-Tools, die dir die Performance-Messung deiner Webseite meist optisch ansprechend darstellen. Die wohl bekanntesten Tools sind Pingdom, GTmetrix und PageSpeed Insights.

Performance-Messung mit dem Browser

Jeder halbwegs moderne Browser verfügt über sogenannte Entwicklertools, die eine Performance-Messung ermöglichen. Diese in die Browser eingebauten Tools lassen dich das Laden und den Aufbau der WordPress-Seite in deinem Browser aus technischer Sicht beobachten.

Mit anderen Worten kann man mit den im Browser eingebauten Entwicklertools einen Blick in den Motorraum des Browsers werfen und zugucken, was im Hintergrund alles passiert, wenn du deine Webseite aufrufst. In Chrome sieht das dann zum Beispiel wie folgt aus:

Chrome Entwicklertools

Bereits mit diesem einfachen und kostenlosen Tool, kannst du sehen, dass 18 Dateien geladen wurden, die insgesamt 519 KB groß waren und deren Laden und Darstellen im Browser 649 Millisekunden gedauert hat. Darüber hinaus siehst du auch, was für Dateitypen (JPEG, FONT, GIF etc.) geladen wurden und über die Wasserfall-Darstellung (ganz rechts) auch in welcher Reihenfolge die Dateien geladen wurden.

Zugegeben: Die Performance-Messung durch das Browser-Entwicklertool ist sehr technisch und gibt insbesondere Anfängern in diesem Gebiet nur bedingt sofort nutzbare Informationen was alles verbessert werden könnte. Jedoch sind diese Entwicklertools dennoch sehr hilfreich, da hiermit die Fehleranalyse und somit Fehlerbehebung beim Basteln an einer Webseite sehr schnell und einfach erfolgen kann!

Performance-Messung mit Online-Tools

Die zuvor bereits genannten und wohl bekanntesten Tools Pingdom, GTmetrix und PageSpeed Insights ermöglichen dir die kostenlose Performance-Messung bei der du als Mess-Ergebnis eine entsprechende Bewertung der Performance und mehr oder weniger brauchbare Handlungsempfehlungen erhältst.

WordPress: schlechte Performance
Performance-Messung mit GTmetrix

Diese Online-Tools analysieren auch welche Dateien geladen werden, wie groß diese Dateien sind und wie lange das Laden der Dateien dauert. Hiervon wird ein Performance- oder Speed Score abgeleitet, der oft wie bei amerikanischen Schulnoten meist von A (sehr gut) bis E oder F (sehr schlecht geht). Im zuvor dargestellten Beispiel der Performance-Messung einer WordPress-Installation erhält diese von GTmetrix einen PageSpeed Score „E (50%)“.

Genauso ist es aber auch möglich, dass der Performance-Score als Wert von 1 (sehr schlecht) bis 100 (optimal) angegeben wird, wie Google dies bei PageSpeed Insights macht. Hier ist Speed Score von fast 100 erstrebenswert!

Diese Online-Tools listen in der Regel noch unterschiedliche Kriterien auf, die bei der Performance-Messung berücksichtigt wurden, und auch wie die Webseite bei diesen Kriterien bestanden hat. Diese einzelnen Bewertungen sind meist ein wenig kryptisch jedoch weitestgehend objektiv und hilfreich.

Misst man eine einzelne Seite mit den zuvor genannten Tools, wird jedes Tool ein geringfügig anderes Messergebnis liefern. Die Anbieter dieser Tools definieren die Messkriterien unabgesprochen, so dass die Messung der gleichen Webseite bei unterschiedlichen Anbietern auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen wird.

Beispiel Performance-Messung

Im Folgenden zeige ich die Performance-Messungen der Tools von Pingdom, GTmetrix und Google Page Speed Insights für die selbe Webseite um die unterschiedlichen Messergebnisse besser zu verdeutlichen:

Messergebnis von Pingdom:

Messergebnis von GTmetrix:

Messergebnis von Googles PageSpeed Insights „Mobil“:

Messergebnis von Googles PageSpeed Insights „Desktop“:

Was diese unterschiedlichen Messergebnisse zum in etwa gleichen Zeitpunkt (nur wenige Minuten nacheinander) für die identische Webseite zeigen ist, dass man bei der Ladezeiten-Optimierung einer Webseite sich nie auf nur ein Testergebnis verlassen kann und sollte. Während Pingdom der Webseite noch ein „D“ als Performance Grade gibt, vergibt Google PageSpeed Insights für die mobile Version gerade einmal 9 von 100 möglichen Punkten.

Dies liegt hauptsächlich daran, dass die beispielhaft gezeigten Tools unterschiedliche Kriterien zugrunde legen. Bei den Google PageSpeed Insights wird strikt zwischen der Mobil-Version (also zum Beispiel fürs Handy) und der Desktop-Version unterschieden. Andere Tools machen diese Unterscheidung meist nicht und kommen alleine hierdurch mitunter auf andere (bessere) Messergebnisse.

Während einige Tools nur messen wie lange das reine Laden der Webseiten-Dateien benötigt, messen andere Tools zum Beispiel auch wann auch alle JavaScript-Scripte ausgeführt wurden und die Webseite somit korrekt dargestellt wird.

100% PageSpeed Score nicht realistisch

Wenn man mit der Optimierung der Ladegeschwindigkeit beginnt, strebt man natürlich nach dem ultimativen Ergebnis (also 100/100 oder in englischen Schulnoten einem A). Jedoch lässt sich dieses Ergebnis nur in den wenigsten Fällen wirklich erreichen und sollte auch nicht wirklich als Ziel verfolgt werden.

Aufgrund der Kombination aus Webhoster, Theme, Plugins und genutzten Medieninhalten, lassen sich 100% PageSpeed Score auch nicht garantieren. Und selbst wenn man diese erreichen sollte, kann es bereits mit dem nächsten WordPress-, Theme-, Plugin- oder Google-Update schon wieder mit den 100% vorbei sein.

Beim Optimieren der Ladezeit von WordPress-Seiten gebe ich mich mit keinem Ergebnis unter B oder ca. 85 zufrieden. Dies ist meist mit vertretbarem Aufwand in kurzer Zeit erreichbar und wird das Ranking der WordPress-Seite positiv beeinflussen!